Gallengangskarzinom
Früherkennung rettet Leben
Das Gallengangskarzinom, auch als Cholangiokarzinom bekannt, ist eine seltene, aber aggressive Form von Krebs, die in den Gallengängen entsteht.

Ursachen und Risikofaktoren
Das Gallengangskarzinom, auch als Cholangiokarzinom bekannt, ist eine seltene, aber aggressive Form von Krebs, die in den Gallengängen entsteht. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, jedoch wurden mehrere Risikofaktoren identifiziert:
- Chronische Entzündungen der Gallengänge: Erkrankungen wie die primär sklerosierende Cholangitis erhöhen das Risiko.
- Angeborene Fehlbildungen: Anomalien der Gallengänge können die Entstehung begünstigen.
- Lebererkrankungen: Chronische Hepatitis oder Leberzirrhose sind mögliche Risikofaktoren.
- Parasitäre Infektionen: Bestimmte Leberparasiten, insbesondere in Südostasien, stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko.
- Lebensstilfaktoren: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Fettleibigkeit können das Risiko erhöhen.
Symptome: Warnsignale erkennen
In den frühen Stadien verursacht das Gallengangskarzinom oft keine spezifischen Symptome. Mit fortschreitender Erkrankung können jedoch folgende Anzeichen auftreten:
- Gelbsucht (Ikterus): Gelbfärbung der Haut und Augen aufgrund eines Gallenstaus.
- Dunkler Urin und heller Stuhl: Veränderungen der Ausscheidungen durch gestörten Gallefluss.
- Bauchschmerzen: Insbesondere im rechten Oberbauch.
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust: Ungewollter Gewichtsverlust kann ein Warnsignal sein.
- Fieber und Nachtschweiß: Als Zeichen einer möglichen Infektion oder Entzündung.
Diagnosemöglichkeiten
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) helfen, Tumore zu visualisieren
- Endoskopische Verfahren: Die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) ermöglicht die Darstellung der Gallengänge und die Entnahme von Gewebeproben.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Tumormarkern wie CA 19-9 und Leberfunktionswerten.
- Biopsie: Entnahme und Analyse von Gewebeproben zur Bestätigung der Diagnose.
Moderne Behandlungsansätze
Die Therapie des Gallengangskarzinoms hängt vom Stadium der Erkrankung, der genauen Lokalisation des Tumors und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab:
- Chirurgische Entfernung: Bei lokal begrenzten Tumoren kann eine Operation kurativ sein.
- Strahlentherapie: Zur Reduktion von Tumorgrößen oder zur Linderung von Symptomen.
- Immuntherapie und Chemotherapie: Einsatz von Medikamenten zur Bekämpfung von Krebszellen, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien.
- Zielgerichtete Substanzen: Im Spätstadium können zielgerichtete Substanzen zum Einsatz kommen, die spezifisch auf genetische Veränderungen abzielen. Hierfür muss frühzeitig ein molekulares Profil erstellt werden.
Prävention
Obwohl nicht alle Risikofaktoren vermeidbar sind, können bestimmte Maßnahmen das Risiko, an einem Gallengangskarzinom zu erkranken, reduzieren:
- Vermeidung von Leberparasiten: Insbesondere in Endemiegebieten sollte auf den Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Fisch verzichtet werden.
- Impfung gegen Hepatitis: Schutz vor Hepatitis B kann das Risiko von Lebererkrankungen und damit verbundenen Krebsarten senken.
- Gesunder Lebensstil: Ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum fördern die Lebergesundheit.
- Regelmäßige medizinische Kontrollen: Bei bestehenden Leber- oder Gallenerkrankungen sollten regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.