Kolorektalkarzinom
Früherkennung rettet Leben
Dickdarmkrebs, auch als kolorektales Karzinom bekannt, ist eine bösartige Tumorerkrankung des Dickdarms oder des Enddarms. In Österreich zählt er zu den häufigsten Krebsarten.

Symptome erkennen
Frühe Stadien des Dickdarmkrebses verursachen oft keine Beschwerden. Achten Sie jedoch auf folgende Warnzeichen:
- Veränderungen des Stuhlgangs: Anhaltende Durchfälle, Verstopfungen oder ein Wechsel zwischen beiden.
- Blut im Stuhl: Sichtbares oder verborgenes Blut kann auf Blutungen im Darm hinweisen.
- Ungewöhnlicher Stuhl: Sehr schmaler, bleistiftförmiger Stuhl könnte auf eine Verengung des Darms hindeuten.
- Bauchschmerzen: Wiederkehrende Krämpfe, Blähungen oder Schmerzen im Bauchbereich.
- Ungewollter Gewichtsverlust und Müdigkeit: Diese können auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten.
Bitte beachten Sie, dass diese Symptome auch bei weniger schwerwiegenden Erkrankungen auftreten können. Dennoch ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
Bedeutung der Vorsorge
Früherkennung erhöht die Heilungschancen erheblich. In Österreich wird Erwachsenen ab 50 Jahren eine regelmäßige Darmkrebsvorsorge empfohlen. Die gängigsten Methoden sind:
- Darmspiegelung (Koloskopie): Ermöglicht die direkte Untersuchung des Darms und die Entfernung von Polypen, die sich zu Krebs entwickeln können.
- Stuhltests: Untersuchen den Stuhl auf verborgenes Blut, ein mögliches Anzeichen für Krebs.
Risikofaktoren
- Alter: Personen über 50 sind häufiger betroffen.
- Familiäre Vorbelastung: Verwandte ersten Grades mit Dickdarmkrebs erhöhen das eigene Risiko.
- Ungesunde Lebensweise: Eine ballaststoffarme Ernährung, hoher Fleischkonsum, Bewegungsmangel, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können das Risiko steigern.
Prävention
Sie können Ihr Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, durch folgende Maßnahmen senken:
- Gesunde Ernährung: Ballaststoffreiche Kost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche.
- Verzicht auf Rauchen und maßvoller Alkoholkonsum: Diese reduzieren das Krebsrisiko insgesamt.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Besonders wichtig für Personen mit erhöhtem Risiko.
Behandlung
Die Therapie von Dickdarmkrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, der genauen Lage des Tumors und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten. Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und die Heilungschancen zu maximieren.
Operative Therapie
Die Operation ist die zentrale Behandlungsmaßnahme bei lokalisiertem Dickdarmkrebs. Dabei wird der betroffene Darmabschnitt zusammen mit angrenzenden Lymphknoten entfernt. Anschließend werden die verbleibenden Darmenden wieder miteinander verbunden, um die natürliche Darmfunktion zu erhalten. In den meisten Fällen kann auf die Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Stoma) verzichtet werden. Moderne chirurgische Techniken, wie die minimalinvasive „Schlüsselloch-Chirurgie“, ermöglichen oft eine schonendere Entfernung des Tumors.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird vor allem bei Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) eingesetzt. Sie kann vor der Operation (neoadjuvant) durchgeführt werden, um den Tumor zu verkleinern und die Chancen auf eine vollständige Entfernung zu erhöhen.
Chemotherapie im Frühstadium
Eine Chemotherapie kommt ergänzend zur Operation zum Einsatz, insbesondere wenn der Krebs bereits Lymphknoten befallen hat oder ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht. Hierbei werden Medikamente (Zytostatika) eingesetzt, die Krebszellen im gesamten Körper abtöten sollen. Die Chemotherapie kann vor der Operation (neoadjuvant) zur Verkleinerung des Tumors oder nach der Operation (adjuvant) zur Eliminierung verbliebener Krebszellen durchgeführt werden.
Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapie im Spätstadium
Bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs können Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapien (je nach molekularen Profil, insbesondere bei Mikrosatelliten-Instabilität) zum Einsatz kommen. Diese modernen Behandlungsansätze richten sich gegen spezifische Eigenschaften der Tumorzellen oder aktivieren das körpereigene Immunsystem, um den Krebs zu bekämpfen. Die Entscheidung für solche Therapien basiert auf individuellen Faktoren.